„Wir wollen ein gutes Verhältnis zu unseren Mietern“

Die Preisträger Rosemarie und Günther Messmann mit Gong 96.3-Chefredakteur Andreas Werner
Die Preisträger Rosemarie und Günther Messmann mit Gong 96.3-Programmgeschäftsführer Johannes Ott.

Es geht auch anders: Gong 96.3, Mieterverein München e.V. und die Stadt München zeichnen das Ehepaar Messmann als „Münchens fairste Vermieter“ aus.

„Wir waren mal arme Leute“, sagt Rosemarie Messmann. „Aber wir haben uns Gott sei Dank etwas schaffen können“. Die 75-Jährige und ihr Mann Günther (78) vermieten zwei Wohnungen für günstige Miete. „Wir wollen ein gutes Verhältnis zu unseren Mietern“, sagt Günther Messmann. Gestern wurde das Ehepaar zu „Münchens fairstem Vermieter“ gekürt. Die Aktion von Gong 96.3 zusammen mit dem Mieterverein und der Stadt München soll die in den Mittelpunkt rücken, die nicht mitmachen bei Wohnwahnsinn und Gewinnmaximierung. „Es gibt viele Vermieter, die sich noch anständig benehmen, und auch die sollten einmal hervorgehoben werden“, sagt Volker Rastätter, Geschäftsführer des Mietervereins. Rastätter gehörte neben Gong 96.3-Chefredakteur Andreas Werner und Münchens Sozialreferentin Dorothee Schiwy der Jury an.

Günther Messmann ist sein Besitz nicht in den Schoß gefallen. Der gelernte Elektriker hat als LKW-Fahrer und Busfahrer gearbeitet. Das Haus in Aubing hat er vom Vater per Leibrente übernommen und dann angebaut. „Außer den Rohbau habe ich alles selbst gemacht“, erzählt er. Seit 1983 vermietet das Ehepaar. Zurzeit nehmen sie für 50 Quadratmeter 600 Euro warm. „Ich habe dort fünf Jahre gewohnt“, erzählt Daniel Kasurke, ehemaliger Mieter der Messmanns. „Durch die Geburt meines Sohnes ist die Wohnung zu klein geworden – sonst wäre ich da niemals weg“, erzählt der 33-Jährige, der das Paar beim Wettbewerb angemeldet hat. „Wir haben noch heute guten Kontakt“, erzählt er. Rosemarie Messmann nennt ihn „meinen zweiten Sohn.“

Eine Seltenheit auf dem Münchner Mietmarkt

Dass Leute wie die Messmanns ihre Wohnungen unterhalb des Mietspiegels vermieten, hat auch konkrete Auswirkungen für andere Mieter. Denn auch solche Mieten fließen bei der Berechnung des Mietspiegels ein- sofern sie in den vergangenen vier Jahren abgeschlossen oder geändert wurden. Der Mietspiegel ist dann wieder die gesetzliche Grundlage für erlaubte Mieterhöhungen. „Ohne solche Vermieter wären also die Mieten in München insgesamt noch höher“, sagt Volker Rastätter. „Noch lieber wäre uns, es würden in den Mietspiegel alle Mieten einfließen. Dann würden sich faire Vermieter, die langjährige Mietverhältnisse haben, noch deutlicher auswirken.“
Daniel Kasurke hat inzwischen wieder die Härte des Münchner Wohnungsmarktes zu spüren bekommen. Er zog nach Germering, dort hat die Familie mit zwei Kindern 90 Quadratmeter, für 1.600 Euro. Sich Eigentum aufbauen wie einst die Messmanns ist für den Personalreferenten reine Utopie. „Ein Bekannter hat sich in Aubing eine 75 qm-Wohnung gekauft. Für 750.000 Euro. Selbst wenn mir eine Bank das geben würde, das könnte ich in meinem ganzen Leben nicht abzahlen.“

 
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