„Wir brauchen endlich einen Bodenpreisdeckel“

Beatrix Zurek, Vorsitzende des Mieterverein München e.V., fordert ein verändertes Bodenrecht. „Ohne bezahlbaren Boden gibt es zu wenig bezahlbares Wohnen.“

Die Vorsitzende des Mieterverein München e.V., Beatrix Zurek, hat anlässlich der Jahreshauptversammlung des Mietervereins ein Umdenken im Bodenrecht gefordert. „München wächst, München baut – doch leider entsteht im freifinanzierten Neubau kaum bezahlbarer Wohnraum. Das liegt auch an den horrenden Grundstückspreisen. Doch ohne bezahlbaren Boden gibt es zu wenig bezahlbares Wohnen“, sagt Zurek.

Die Preise für Wohnbaugrundstücke sind laut dem Gutachterausschuss der Stadt München zwischen 2015 und 2016 um rund 16 Prozent gestiegen. Die Erstbezugsmieten für Neubauwohnungen liegen laut dem Wohnungsmarktbarometer der Stadt München im Durchschnitt bei fast 19 Euro pro Quadratmeter. „Die Bodenpreise befinden sich in einer irrwitzigen Spirale nach oben. Und zahlen müssen das die Mieter. Oder wahlweise die Stadt, die auf teuren Grundstücken auch bezahlbaren Wohnraum fördert “, sagt Zurek.

Deswegen fordert die Mieterschützerin einen Ausstieg aus dieser Spirale. „Seit Jahren spricht der Mieterverein von einer Deckelung der Bodenpreise – leider schrillen da bei vielen die Alarmglocken, das Reizwort Enteignung steht dann gleich im Raum. Wie wollen keine Grundstücke entwerten. Aber wenn internationale Spekulanten auf Kosten derer, die in dieser Stadt leben und wohnen möchten, ihre Gewinne maximieren, dann läuft etwas falsch. Niemand hat das Recht auf den größtmöglichen Gewinn. Der Umgang mit Grund und Boden geht alle an.“

Es müsse, so Zurek, auf Bundesebene über bodenrechtliche Maßnahmen diskutiert werden. „Der Bundesgesetzgeber sollte das Problem endlich zur Kenntnis nehmen und Kommunen wie München nicht im Regen stehen lassen.“

 

 
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