Mietspiegel treibt Preise weiter in die Höhe

Der Sozialausschuss des Stadtrates hat heute den Mietspiegel 2019 verabschiedet und veröffentlicht. Um 4,1 Prozent steigt die durchschnittliche Miete laut neuem Mietspiegel im Vergleich zum Mietspiegel 2017. Das liegt über der Entwicklung der Verbraucherpreise in diesem Zeitraum, die sich um 3,5 Prozent erhöht haben. „Da sieht man, wie brutal es auf dem Münchner Mietmarkt zugeht“, sagt der Geschäftsführer des DMB Mieterverein München, Volker Rastätter.

Der Grundpreis für die monatliche Nettomiete ist im Vergleich zum Mietspiegel 2017 für bestimmte Wohnungsgrößen und Baujahre zwar gesunken (zum Beispiel 81 bis 82 Quadratmeter/Baujahr 1989 bis 1998/von 10,33 Euro pro Quadratmeter auf 9,67 Euro), viele Zuschläge auf die Grundmiete wurden aber in Vergleich zu 2017 erhöht.

So fällt für die „zentrale beste“ Lage nun einen Zuschlag von 2,58 Euro pro Quadratmeter und Monat an, im vergangenen Mietspiegel waren es noch 2,07 Euro. Für „beste“ Lage kommen 1,71 Euro auf den Grundpreis drauf, 2017 waren es noch 1,45 Euro. Vor zwei Jahren fiel ein Aufschlag von 0,37 Euro pro Quadratmeter an, wenn ein zweites Bad vorhanden war. Nun sind es 0,46 Euro Zuschlag pro Quadratmeter, die aber auch schon berechnet werden, wenn ein vorhandenes Bad mindestens sechs Quadratmeter groß ist. „Das dürfte in vielen Münchner Wohnungen der Fall sein“, sagt Volker Rastätter. Für ein Handtuchheizkörper dürfen nochmal 0,46 Euro pro Quadratmeter aufgeschlagen werden. Insgesamt also fast ein Euro Aufschlag pro Quadratmeter für eine ganz gewöhnliche Badausstattung.

Mieterverein München: Mietspiegel muss künftig anders erhoben werden

Bei den Fußböden gibt es weniger Abschläge für einen „einfachen“ Boden, nur noch 1,16 Euro statt 1,58 Euro werden vom Grundpreis abgezogen. Dafür darf der Vermieter für „guten“ Boden 1,24 Euro pro Quadratmeter statt früher 0,54 Euro aufschlagen. „Das sind 70 Cent mehr im Vergleich zu 2017 pro Quadratmeter – diese Änderung wird zu erheblichen Mieterhöhungen führen“, so Rastätter. Positiv bewertet der Mieterverein, dass bei den Gebäudetypen das „Stadthaus“ aus dem Mietspiegel gefallen ist. Diese Kategorie hatte im Mietspiegel 2017 zu einem Zuschlag von 0,43 Euro pro Quadratmeter geführt und war vorrangig in eh schon preisgeplagten Stadtteilen vorhanden.

Allgemein fordert der Mieterverein München, dass der Mietspiegel zukünftig anders erhoben werden muss. Denn bislang fließen nur Neuvermietungen oder Mietänderungen der letzten vier Jahre in den Mietspiegel ein. Nicht aber Bestandsmieten, welche das Mietpreisniveau absenken würden. Dafür müsste die Gesetzeslage auf Bundesebene geändert werden. Rastätter: „Es ist Zeit für eine Gesetzesänderung – nur so können wir die Preisspirale stoppen.“

 

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Foto: Alexas_Fotos auf Pixabay4

 
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