Gemeinsam für faire Mieten

Sie wünschen sich eine Stadt für alle und ein Ende der Verdrängung und Spekulation: 10 000 Menschen sind in München auf die Straße gegangen.

Mehrere Menschen laufen in einer Demonstration auf einer Straße und halten gemeinsam das Plakat der Mietendemo in den Händen
10.000 Menschen demonstrierten gegen steigende Mieten, Verdrängung, Abzocke und Spekulation.

Was für ein Erfolg! „Uns glangts!“ war das Motto der großen Mietendemo am 7. Februar auf dem Odeonsplatz. 10 000 Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet demonstrierten in der Münchner Innenstadt gegen immer weiter steigende Mieten, Verdrängung, Abzocke und Spekulation. Mehr als 120 Vereine, Initiativen und Mietergemeinschaften hatten zu der Demonstration aufgerufen. Darunter natürlich auch der Mieterverein München. Aus Berlin, Frankfurt, Köln, Stuttgart, Düsseldorf, Bochum und ganz Bayern waren Demonstrierende angereist, in Hamburg fand eine Solidaritätsveranstaltung statt.

Beim Bühnenprogramm hatten vor allem betroffene Mieter* innen das Wort. Aber auch prominente Unterstützer wie Hans Well & Wellbappn, Rapper Roger Rekless (Deichkind) als Moderator oder Kabarettist Christoph Süß (quer im BR) drückten ihre Unterstützung aus. Die Geschäftsführerin des Mietervereins, Monika Schmid-Balzert, schilderte die dramatische Situation für Mieter*innen in München. „Steigende Mieten, Verdrängung durch Luxussanierungen und Eigenbedarfskündigungen bedrohen das Zuhause vieler Menschen. Wir wollen eine Stadt, in der alle bleiben können, und nicht eine Stadt, die sich nur noch Reiche leisten können.“ Aus Berlin angereist war Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbunds. Sie richtete den Blick auf die Bundespolitik. „Die Politik muss endlich handeln: Wir brauchen deutlich mehr bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen, wirksame Mietpreisbegrenzungen sowie ein entschiedenes Vorgehen gegen Leerstand und Immobilienspekulation“, so Weber-Moritz. Aus der Stadtpolitik sprachen der jetzige Oberbürgermeister Münchens, Dominik Krause von den Grünen, der Chef der Münchner Linken, Stefan Jagel, und der Vorsitzende der Münchner SPD und Koordinator für Mietergemeinschaften beim Mieterverein, Christian Köning.

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Mieterverein-Vorsitzende Beatrix Zurek (3. v. li.) und Geschäftsführerin Monika Schmid-Balzert (li.) mit dem Koordinator für Mietergemeinschaften, Christian Köning, und Melanie Weber- Moritz vom Deutschen Mieterbund.
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Hans Well und die Wellbappn sorgen für Musik.

Nach den ersten Reden setzte sich ein Demozug mit musikalischen Wagen durch die gentrifizierte Maxvorstadt in Bewegung. Zur Abschlusskundgebung gegen 16.30 Uhr spielte Maxi Pongratz (bekannt von Kofelgschroa) auf. Betroffene und Karin Lohr von der Straßenzeitung BISS schilderten die dramatische Wohnsituation für Menschen in sozialen Schwierigkeiten. „Ohne Wohnen ist alles nichts. Bezahlbarer Wohnraum ermöglicht einen guten Platz in der Gesellschaft. Leer stehende Wohnungen sind ein Skandal“, sagte sie.

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Simone Burger, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes München und stellvertretende Vorsitzende des Mietervereins, rechnete vor: „Auf den großen Internetplattformen werden Mieten von durchschnittlich 20 Euro kalt aufgerufen. Das sind für eine 70-Quadratmeter-Wohnung 1400 Euro. Um sich das leisten zu können, muss eine Familie rund 4600 Euro netto verdienen. Das können sehr viele Beschäftigte nicht stemmen.“

Matthias Weinzierl von der bundesweiten Kampagne Mietenstopp forderte: „Gier muss geächtet werden! Mit der Mietendemo zeigen wir den Investoren, der Wohnungswirtschaft und der Politik deutlich die rote Karte: So kann und darf es nicht weitergehen.“

Raten Sie mit!

Bei einem Pubquiz des Mietervereins und Deutschen Gewerkschaftsbundes im Vorfeld der Kommunalwahlen konnten Interessierte in geselliger Runde Spannendes zum Mietmarkt erfahren. Hätten Sie die richtige Antwort zu diesen drei Fragen gewusst?

Wie hoch darf die Miete laut Mietpreisbremse sein?
A) So hoch wie der örtliche Mietspiegel
B) 5 % über dem Mietspiegel
C) 10 % über dem Mietspiegel
D) 20 % über Mietspiegel
In welchem Stadtbezirk gibt es die meisten Airbnb-Inserate?
A) Altstadt-Lehel
B) Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt
C) Maxvorstadt
D) Schwabing
Wie stark ist die Zahl der Sozialwohnungen bundesweit zwischen 2014 und 2024 gesunken?
A) 50.000 Wohnungen
B) 100.000 Wohnungen
C) 200.000 Wohnungen
D) 400.000 Wohnungen
Lösung anzeigen

Richtige Antworten: 1C, 2B, 3D

Fotos: Lukas Barth

 
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