Caritas-Jugendwohnheim verkauft: Mieterschutz muss oberste Priorität haben
Die Caritas hat ihr Jugendwohnheim in der Zieblandstraße 35 verkauft, wie aktuell bekannt wurde. Der DMB Mieterverein München hatte im Februar gemeinsam mit dem damaligen OB Dieter Reiter in einem offenen Brief an den Sozialverband der katholischen Kirche appelliert, seiner sozialen Verantwortung gerecht zu werden und den Immobilienverkauf zu überdenken.
Monika Schmid-Balzert, Geschäftsführerin des DMB Mietervereins München: „Noch ist wenig darüber bekannt, zu welchen Bedingungen der neue Eigentümer das Wohnheim weiterführen will. Rund 120 junge Menschen sind betroffen, die auf bezahlbare Mieten angewiesen sind und die sich nun große Sorgen machen. Laut Caritas möchte der neue Eigentümer das Haus als studentisches Wohnangebot weiterführen. Doch es kommt auf die Konditionen an, ob das den Studierenden und Azubis vor Ort wirklich hilft. Denn wenn für möblierte Zimmer – wie andernorts in München üblich – Preise von rund 900 Euro verlangt werden, können sich das nur diejenigen leisten, die von zuhause massiv bezuschusst werden. Wir beraten die jungen Menschen vor Ort gerne, welche Rechte sie unter dem neuen Eigentümer haben. Und stehen auch für diesen gerne für Gespräche zur Verfügung.“
In dem offenen Brief hatte der DMB Mieterverein München der Caritas vorgeschlagen, mit einem neuen Eigentümer genaue Konditionen für die Mietenden zu verhandeln, wenn ein Verkauf unumgänglich sei. Beispiele sind Mietobergrenzen, langfristige Wohnrechte oder der Ausschluss von Eigenbedarfskündigungen. Ob solche Regelungen vereinbart wurden, ist bislang unklar.
Pressemitteilung vom 18.6.2026