Geplante Wohngeld-Kürzungen: Das bedeuten sie für München
Der Bundestag berät am heutigen Mittwoch über die geplanten Wohngeld-Kürzungen. Auch für Münchner Mietende hätten die Pläne der Bundesregierung fatale Auswirkungen. „Die Pläne sind unsozial, da die Kürzungen vor allem Haushalte mit Kindern treffen würden. Und sie sind unsinnig, da viele der Betroffenen künftig durch andere staatliche Leistungen unterstützt werden müssten. Wer komplett durchs Raster fällt, verliert im schlimmsten Fall seine Wohnung. Und muss dann in einer teuren Notunterkunft vom Staat untergebracht werden. Das kommt der Gesellschaft teurer als einen Zuschuss zur Miete zur bezahlen“, sagt Monika Schmid-Balzert, Geschäftsführerin des DMB Mietervereins München.
Die Bundesregierung will den Kreis derjenigen stark einschränken, die ein Recht auf Wohngeld haben. Außerdem soll die Heizkostenkomponente halbiert und die Wohngeldfortschreibung ausgesetzt werden.
„Wir protestieren gegen diese Pläne“, Monika Schmid-Balzert. 93 Prozent der Wohngeldempfänger*innen sind Mieterhaushalte, viele Rentner*innen, Familien mit Kindern und Alleinlebende nehmen es in Anspruch. Laut einer Auswertung des Paritäters leben in 70 Prozent der Wohngeldhaushalte Kinder. Bis zu 500.000 Haushalte drohen bundesweit aus dem Wohngeldbezug herauszufallen – sie wären auf andere Sozialleistungen wie Grundsicherung angewiesen oder würden in finanzielle Not geraten. Die Einsparungen beim Wohngeld drohen durch Ausgaben in anderen sozialen Sicherungssystemen aufgezehrt zu werden. Auf Länder und Kommunen könnte zusätzlicher Aufwand zukommen.
Kommen die Änderungen wie geplant, würden sie für ab Januar 2027 eingereichte Wohngeldanträge gelten. Laufende Bescheide, für bis zu 24 Monate ausgestellt, behalten ihre Gültigkeit. Ziel der Bundesregierung: nur noch eine Million Wohngeldempfänger statt wie bisher 1,3 Millionen.
In München gab es 2025 rund 7300 Haushalte, die Wohngeld erhalten haben. Mindestens 2400 Münchner Haushalte könnten aus dem Wohngeld fallen, wenn die Bundesregierung ihre Pläne so umsetzt wie angedacht. Monika Schmid-Balzert: „Diese Menschen sind eh schon am finanziellen Limit. Gerade viele Alleinerziehende sind auf das Wohngeld dringend angewiesen. Wir haben als Gesellschaft eine Verantwortung für diese Familien.“
Wer kein sehr hohes Einkommen hat, wird langfristig jetzt schon aus München vertrieben. Mit abgespecktem Wohngeld wird dies noch mehr Menschen betreffen als bisher. Denn günstigen Ersatzwohnraum gibt es in München kaum.
Pressemitteilung vom 4.11.2026