Mitgliederversammlung Mieterverein München mit Nachwahlen
München, 16. September 2026
Mehr als 300 Mitglieder und Gäste kamen zur jährlichen Mitgliederversammlung des Mietervereins München ins Kolpinghaus. Im Mittelpunkt standen die angespannte Wohnungslage auf dem Münchner Wohnungsmarkt , der Vollzug des Zweckentfremdungsrechts und die Nachwahl von zwei Ämtern.
Grußwort: Kritik an Bundes Wohngeldplänen
Münchens Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl in Vertretung von OB Dominik Krause würdigte den Mieterverein als starke Stimme der Mieterinteressen. Zugleich warnte sie vor den geplanten Wohngeld Kürzungen und Verschärfungen des Bundes: „Wer aus dem Wohngeld herausfällt, rutscht häufig in die Grundsicherung – und dafür müssen am Ende die Städte aufkommen.“ München befürchtet hohe Mehrkosten und zusätzliche Belastungen der kommunalen Sozialbudgets.
Vortrag: Zweckentfremdung, Leerstand, Airbnb & Co.
Gerhard Mayer, Leiter des Amtes für Wohnen und Migration, erläuterte den Vollzug des Zweckentfremdungsrechts: Ferienwohnungsvermietung ist in München genehmigungspflichtig und auf maximal acht Wochen pro Jahr begrenzt; Leerstand über drei Monate ist ein eigenständiger Tatbestand. Mayer kündigte an, das Vollzugsinstrumentarium weiter zu stärken, um Wohnraum zu sichern. Der Vortrag musste wegen eines medizinischen Notfalls kurz unterbrochen werden.
Nachwahlen: Stefan Jagel und Heiner Birner gewählt
Nach dem Ausscheiden der bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden und einem Mitglied der Schiedskommission wurden satzungsgemäß diese ehrenamtlichen Positionen nachgewählt.
Stefan Jagel (Stadtrat, Die Linke), der sich seit Jahren für bezahlbares Wohnen, soziale Wohnraumförderung und den Schutz von Wohngeldempfängerinnen und -empfängern einsetzt, wurde mit einfacher Mehrheit zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Jagel: „In keiner Stadt Deutschlands geben die Menschen einen so großen Teil ihres Einkommens für das Wohnen aus. Die Wohngeldreform drängt Münchner Haushalte in die Armutsspirale.“ Zur künftigen Rolle sagte er: „Als stellvertretender Vorsitzender möchte ich die Brücke zwischen Kommunalpolitik und Mieterberatung stärken – für mehr bezahlbare Wohnungen und Schutz vor Verdrängung.“
Heinrich (Heiner) Birner (ehem. VerdiChef) möchte seine Expertise im Schlichten von Streitigkeiten nun im Mieterverein München einbringen und wurde mit großer Mehrheit als Mitglied der Schiedskommission gewählt.
Birner: „Ich freue mich über das große Vertrauen. In der Schiedskommission werde ich mich für schnelle, faire und für beide Seiten tragbare Lösungen einsetzen.“
Pressekontakt:
Mieterverein München
