Münchner Kindl verlässt die Stadt: Künstlerische Aktion im Mieterverein

Das Münchner Kindl hat seine Wohnung verloren: sie wurde luxussaniert. Deswegen hat es Zuflucht im Mieterverein gesucht und ist mit seinem Bett in das Schaufenster des Vereins in der Sonnenstraße gezogen. Am Freitagnachmittag haben ehrenamtliche Aktive rund um die Münchner Mietendemo mit einer künstlerischen Aktion auf die prekäre Situation auf dem Wohnungsmarkt in München aufmerksam gemacht.
Hunderte Passant*innen blieben neugierig stehen und wollten wissen, was da passierte in der Sonnenstraße 10, in einem Schaufenster direkt am Stachus. Das Münchner Kindl saß verzweifelt auf seinem Bett, hinter ihm ein provisorisches Kochfeld mit einem Topf. Die eigene Wohnung: Nicht mehr bezahlbar. Und keine Alternative in Sicht. Das Wahrzeichen Münchens überlegt nun deswegen, die Stadt zu verlassen.
So wie dem Münchner Kindl bei der Aktion geht es vielen Menschen in unserer Stadt. Es muss endlich etwas passieren, damit der außer Kontrolle geratene Wohnungsmarkt in geregelte Bahnen gelenkt wird. Deswegen ruft ein breites Bündnis aus Mieter*innen und mehr als 100 Organisationen am Samstag, 7. Februar, ab 14 Uhr zur großen Mietendemo auf dem Odeonsplatz auf.
Felicia Rief von der Initiative #ausspekuliert: „Wir gehen am 7. Februar für ein paar Stunden auf die Straße: Auch für die Menschen, die dort das ganze Jahr verbringen müssen, weil sie keine Wohnung finden. Wir wollen so auch ein Zeichen setzen gegen die steigende Wohnungslosigkeit in Deutschland. Selbst das Münchner Kindl droht, auf der Straße zu landen - wie unsere Aktion gezeigt hat.”
Marwan Abdelaal von der Studierendenvertretung der TU München: „In München wird Studieren immer mehr zur Frage des Elternhauses und sozialen Hintergrunds. Für Studierende ohne reiche Eltern wird es immer schwieriger, in München ein WG-Zimmer zu finden. Darunter leidet auch die Vielfalt an Münchens Universitäten.”
Mietendemo am 7. Februar ab 14 Uhr auf dem Odeonsplatz
Steigende Mieten und Wohnraumspekulation bedrohen in vielen deutschen Städten das bezahlbare Wohnen. Während Immobilienkonzerne und Investoren Gewinne erzielen, verlieren Mieter*innen ihr Zuhause durch Verdrängung, Leerstand und Luxusmodernisierungen. Sozialwohnungen verschwinden, Nachbarschaften werden zerstört, kulturelle und handwerkliche Strukturen verdrängt.
Ein breites Bündnis von Betroffenen und über 100 Organisationen fordert einen politischen Kurswechsel: Mieten deckeln, Spekulation stoppen, Leerstand verhindern, Sozialwohnungen erhalten und öffentlichen Boden nicht weiter privatisieren. Menschen aus allen Lebenslagen sind betroffen – Studierende, Familien, Geflüchtete, Rentner*innen, Auszubildende und Gewerbetreibende. Auch der DMB Mieterverein München engagiert sich in dem Bündnis
Unter dem Motto „Uns glangt´s“ gehen wir auf die Straße, um für bezahlbares Wohnen, soziale Gerechtigkeit und den Erhalt lebendiger Nachbarschaften zu demonstrieren.
Foto: ausspekuliert
Pressemitteilung vom 24.1.2026