Mieterverein fordert: Mehr Büros in bezahlbaren Mietwohnraum umwandeln
Leerstehende Büros in Wohnraum umwidmen: Das kann ein Baustein sein, um die extrem angespannte Situation auf dem Münchner Wohnungsmarkt zu verbessern. Deswegen hält der Mieterverein auch die teilweise Umnutzung von Büroflächen der seit 2022 leerstehenden „Ten Towers“ (ehemaliger Sitz der Deutschen Telekom) am Leuchtenbergring für sinnvoll, die heute im Stadtrat beschlossen wurde. „Wichtig ist, dass am Ende bezahlbare Mietwohnungen entstehen“, sagt Monika Schmid-Balzert, stellvertretende Geschäftsführerin des DMB Mietervereins München. „Es ist eine gute Entscheidung, dass der Eigentümer der Ten Towers zehn Prozent der Wohnungen für das Azubiwerk reservieren muss. Wir hätten uns eine höhere Quote angesichts des extremen Wohnraummangels in München – gerade für junge Menschen – gewünscht.“
In den Türmen 1 bis 4 möchte der Eigentümer der „Ten Towers“ künftig Wohnraum anbieten, vorrangig für Studierende. Vorschriften zu den Höhen der Mieten bekommt der Eigentümer hier nicht, nur für die 10 Prozent der Azubi-Wohnungen. Schmid-Balzert: „Hier dürfen nicht weitere extrem teure, möblierte Studentenwohnungen entstehen. Wir erwarten vom Eigentümer, dass er seiner sozialen Verantwortung gerecht wird, wenn die Stadt ihm entgegenkommt und eine Umnutzung der leerstehenden Büros in Wohnraum genehmigt.“
Neue Gewerbeflächen künftig nur zusammen mit Wohnen
In zwei weiteren Türmen der Ten Towers soll ein Hotel entstehen, vier Türme sollen als Büroflächen genutzt werden. Falls künftig in einem dieser sechs Türme auch eine Umnutzung zum Wohnen stattfinden soll, hat die Stadt festgelegt, dass der Eigentümer nochmal einen „angemessenen Anteil“ des Wohnraums für bezahlbares Wohnen zur Verfügung stellen muss. Auch hier ist von 10 Prozent die Rede.
Am heutigen Mittwoch hat der Stadtrat außerdem beschlossen, dass neue Gewerbeflächen in München künftig nur entstehen dürfen, wenn auch Wohnraum entsteht (Gewerbe-SOBON). „Auch hier sollen Studierende und Azubis im Mittelpunkt stehen. Eine gute Entscheidung, denn viele junge Menschen haben derzeit überhaupt nicht mehr die Möglichkeit, aus dem Elternhaus auszuziehen, da sie sich keine Wohnung in München leisten können. Das muss sich dringend ändern“, sagt Monika Schmid-Balzert.
Pressemitteilung vom 11. Februar 2026