Caritas: Mieterverein schreibt offenen Brief gemeinsam mit OB Reiter

Mietende der Caritas München und Freising sind in großer Sorge seit der Sozialverband verkündet hat, mehrere Münchner Immobilien verkaufen zu wollen. Der DMB Mieterverein München appelliert nun gemeinsam mit Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in einem offenen Brief an den Sozialverband der katholischen Kirche, seiner sozialen Verantwortung gerecht zu werden.

„Caritas steht für Nächstenliebe und soziale Verantwortung. Wir erwarten, dass dieser Anspruch auch bei Immobilienentscheidungen sichtbar wird. In einer Stadt mit akutem Wohnungsmangel braucht es Akteure, die sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst sind. Die Verunsicherung von Mieterinnen und Mietern darf nicht die Folge strategischer Neuausrichtungen sein“, so der Wortlaut im offenen Brief. Anlass des Schreibens sind zwei geplante Immobilienverkäufe in München: das Caritas-Jugendwohnheim in der Zieblandstraße 35 in Schwabing sowie die Wohnhäuser an der Schrenkstraße 3 und 9 im Westend.

„Die Mieterinnen und Mieter in der Schrenkstraße haben Angst, dass es ihnen so geht wie vielen Menschen in München, die sich nach einem Verkauf ihres Mietshauses die Miete langfristig nicht mehr leisten können und verdrängt werden“, sagt Monika Schmid-Balzert, stellvertretende Geschäftsführerin des DMB Mietervereins München. Beim Caritas Jugendwohnheim steht bezahlbarer Wohnraum für 125 junge Menschen auf dem Spiel. „Junge Menschen haben auf dem Münchner Wohnungsmarkt mit seinen extrem hohen Preisen eh kaum eine Chance. Es braucht genau solche Einrichtungen wie das Jugendwohnheim, um junge Menschen zu unterstützen“, sagt Schmid-Balzert.

Der offene Brief appelliert an die Caritas, das Wohl der Mietenden und der Stadtgesellschaft als oberste Priorität zu haben „und nicht Gewinnmaximierung“. Der Mieterverein und die Landeshauptstadt bieten dem Sozialverband an, ihn zu beraten, wie bei Verkäufen sozialverträgliche Lösungen vertraglich gesichert werden können. Beispiele sind Mietobergrenzen, langfristige Wohnrechte oder der Ausschluss von Eigenbedarfskündigungen. Die Landeshauptstadt München hatte bereits im vergangenen Jahr an die Caritas appelliert, die Immobilienverkäufe angesichts ihrer schwerwiegenden sozialen Folgen generell zu überdenken.

Der offene Brief:

Vorstand_Caritas_Gemeinsamer Brief-Mieterverein-OB

Pressemitteilung vom 20.2.2026

 

 

 
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