Bei zu später Zustellung: Im neuen Jahr keine Nachzahlungen mehr für die Betriebskostenabrechnung 2022

Wer im neuen Jahr noch die Betriebskostenabrechnung für das Jahr 2022 erhält, muss keine Nachzahlungsforderungen mehr leisten. Alle Abrechnungen für 2022 mussten spätestens am 30. Dezember, dem letzten Werktag des Jahres, da Silvester in diesem Jahr auf einen Sonntag gefallen ist, bis 18 Uhr zugestellt sein.

„Die Vermieter haben ein Jahr für die Erstellung einer ordnungsgemäßen Abrechnung Zeit. Wird die Frist versäumt, bleibt der Vermieter auf den Nachzahlungen sitzen“, sagt Angela Lutz-Plank, Geschäftsführerin vom Mieterverein München.

Allerdings verfallen die Guthaben der Mieter*innen nicht. „Wer eine verspätete Abrechnung im Briefkasten findet, aus der sich eine Rückzahlung eines Teils der Vorauszahlungen ergibt, behält den Anspruch darauf. Unabhängig vom Zeitpunkt des Zugangs der Nebenkostenabrechnung ist den Mieterinnen und Mietern das Guthaben sofort auszuzahlen“, sagt Lutz-Plank. Wegen der stark gestiegenen Energiepreise werden jedoch nur die wenigsten Nebenkostenabrechnungen ein Guthaben aufweisen.

Außerdem gilt: Korrigiert die Vermieter*innen-Seite eine Abrechnung nach Ablauf der Jahresfrist, darf das Mieter*innen nur in wenigen Ausnahmefällen benachteiligen. „Führt die Korrektur zu einer höheren Nachzahlung, kann die Vermieterseite den nach dem Jahreswechsel geltend gemachten Mehrbetrag nur verlangen, wenn sie die Verspätung nicht zu vertreten hat“, so Lutz-Plank. Ein solcher Fall tritt beispielsweise ein, wenn ein Grundsteuerbescheid nachträglich zugeht. Doch auch dann dürfen sich Vermieter*innen nicht ewig Zeit lassen: „Wer sich nicht innerhalb von drei Monaten nach Zugang einer relevanten Information rührt, verliert seinen Anspruch auf Nachzahlung nach Ablauf der Abrechnungsfrist.“

Der Mieterverein München rät, Betriebskostenabrechnungen grundsätzlich immer auf Fehler prüfen.

Pressemitteilung vom 03.01.24

 
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