1. Mai
Wie in jedem Jahr, war der Mieterverein München e.V. auch heuer wieder mit einem Info-Stand bei der Kundgebung zum 1. Mai auf dem Marienplatz vertreten.
Viele Interessierte kamen zu uns an den Stand, um sich über die Tätigkeiten und Aktionen des Mietervereins München e.V. zu informieren.
Der Mieterverein München e.V. fordert:
„München muss bezahlbar bleiben“.
Aus der Finanzkrise in Europa wird zunehmend eine soziale Krise. Der Sparkurs des Staates trifft die Schwächsten der Gesellschaft. Weil die Finanzmärkte so unsicher sind, stecken viele ihr Geld in Immobilien. Die steigende Nachfrage sorgt für immer höhere Preise. Das schlägt sich auf den Mietmarkt nieder. Das Angebot an Wohnraum ist knapp. So kann sich eine 4-köpfige Familie mit durchschnittlichem Gehalt Wohnen in München kaum noch leisten.
Der Mieterverein München e.V. setzt sich für eine familienfreundliche und bezahlbare Mietpolitik für München ein.
Mitgliederversammlung des Mietervereins München e.V.
Am gestrigen Mittwoch, 25.04.2012, fand die alljährliche Mitgliederversammlung des Mietervereins München e.V. im Kolpinghaus in München statt. Die Vorsitzende des Mietervereins München e.V., Frau Beatrix Zurek eröffnete die Veranstaltung. Dabei stellte sie den Jahresbericht 2011 vor.
Der Mieterverein München e.V. blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück:
Mitglieder
Die Mitgliederzahl ist im Jahr 2011 mit 65.043 weitgehend konstant geblieben. Tendenz allerdings steigend. Vergleicht man die Mitgliedszahlen von März 2011 mit denen von März 2012 ergibt sich ein Nettozuwachs von 164 Mitgliedern. Derzeit vertritt der Mieterverein München e.V. gut 11 % aller Mieterhaushalte in München und ist damit praktisch in fast jedem Mietshaus in München vertreten.
Rechtsberatungen
Insgesamt wurden 2011 rund 39.100 Beratungen durchgeführt.
Auf Platz 1 der Beratungsgründe stand wie fast jedes Jahr die Betriebs- und Nebenkostenabrechnung mit 12,72%, gefolgt von Mieterhöhungen mit 7,23%. Auf Platz 3 lagen Fragen zu Schönheitsreparaturen (4,9%). Platz 4 belegten Fragen zur Kaution mit 4,63%.
Prozesse
Rund 98,4% aller Streitigkeiten konnten vom Mieterverein München e.V. außergerichtlich gelöst werden. Daher mussten nur 1,6 % der Fälle vor Gericht gehen.
Mietspiegel
Der Stadtrat München hat auch auf Betreiben des Mietervereins München e.V. entschieden, dass der Mietspiegel zukünftig alle zwei Jahre neu erstellt und nicht mehr lediglich statistisch fortgeschrieben wird. Hiervon verspricht sich der Mieterverein München e.V. ein weitaus realistischeres Bild über die aktuellen Vergleichsmieten. Die statistische Fortschreibung kann die Realität niemals so genau abbilden, wie die Befragung.
Die Vorsitzende des Mietervereins München e.V. wies noch einmal darauf hin, wie angespannt der Wohnungsmarkt in München derzeit ist. Nach Beobachtungen des Planungsreferats bewegt sich der Wohnungsmarkt in München in einem ca. 10-jährigen Rhythmus auf und ab. Seit 2006 spannt er wieder verstärkt an. Gründe dafür sind die ungebrochene wirtschaftliche Attraktivität der Stadt und der damit einhergehende Bevölkerungszuzug.
Ausblick
Mindestens bis 2020 wird der Wohnungsmarkt sehr angespannt bleiben. Bereits jetzt werden in bestimmten Stadtvierteln wie Schwabing, Bogenhausen und Herzogpark bis zu 20 €/qm gezahlt, in der Altstadt, im Lehel, in der Ludwigvorstadt, in Haidhausen und auf der Schwanthaler Höhe beginnen die Mietpreise bei 13 €, selbst im einst günstigen Giesing werden Wohnungen nicht mehr unter 12 € neu vermietet.
Der Mieterverein München e.V. wird nach Angaben von Beatrix Zurek mit Angeboten und dem Ausbau seiner Beratungskapazitäten alles in seiner Macht stehende tun, um den Münchner Mietern auch in Zukunft mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und ihre Interessen tatkräftig gegenüber der Politik zu vertreten.
Ude macht GBW-Wohnungen zur Chefsache
Ude und Aiwanger besuchen GBW-Mieter in Neuperlach. Gemeinsam mit Beatrix Zurek, Vorsitzende des Mietervereins München e.V. sprechen sie mit betroffenen Mietern.
Anlässlich eines Besuchs des Freie Wähler-Chefs Hubert Aiwanger bei Münchens Oberbürgermeister Christian Ude in München, machten sich die beiden Politiker auch ein Bild vor Ort. Sie fuhren gemeinsam mit der U-Bahn an den Karl-Marx-Ring, dort wurden Sie dann von Mitgliedern des Mietervereins München e.V. empfangen. In einem Gespräch, an dem auch unsere Vorsitzende, Beatrix Zurek, teilnahm, wurden die Politiker über die Ängste und Nöte der Betroffenen „aus erster Hand“ informiert.
„Wir freuen uns sehr, dass unser Oberbürgermeister Christian Ude den bevorstehenden Verkauf der GBW-Wohnungen zur Chefsache macht. In dem Gespräch wurde wieder einmal sehr deutlich, wie groß die Angst der betroffenen Mieter vor Mieterhöhungen, Kündigungen und Umwandlungen ist. Wir haben noch mal darauf hingewiesen, wie wichtig der Abschluss von Zusatzverträgen ist. Nur dadurch können die Mieter ausreichend geschützt werden.“, sagte Beatrix Zurek im Anschluss an das Gespräch.
Die Bayrische Landesbank muss sich gemäß EU-Richtlinien von ihrer Tochterfirma, der Wohnungsgesellschaft GBW-AG, trennen. Betroffen von einem Verkauf sind über 30.000 Mietwohnungen in Bayern, über 10.000 davon liegen allein in München. Schon vor zwei Jahren hat sich der Mieterverein München e.V. dafür eingesetzt, dass zwischen der GBW-AG als Vermieter und den betroffenen Mietern Zusatzverträge abgeschlossen werden. In diesen Verträgen sollte der Ausschluss von Mieterhöhungen, Kündigungen, Luxusmodernisierungen und v.a. Umwandlung in Eigentumswohnungen vereinbart werden. Die bayrische Staatsregierung hat diesbezüglich jedoch nichts unternommen.
Wer den Wohnungsbestand nun kauft, ist noch nicht klar. Die Bayrische Staatsregierung, die an dem Desaster der Bayrischen Landesbank nicht unbeteiligt ist, möchte gerne, dass die bayrischen Kommunen die GBW-AG bzw. die Wohnungen übernehmen. Die Kommunen aber sehen, genauso wie der Mieterverein München e.V., die Verantwortung beim Freistaat Bayern. Gemeinsam plädieren sie dafür, dass dieser die Wohnungen übernimmt. Der Bayrische Finanzminister Markus Söder droht mittlerweile damit, die Wohnungen an einen privaten Investor zu verkaufen, wenn sich die Kommunen nun nicht endlich zum Kauf entschließen.





